Luftaufnahme der Wasserausleitung in die Gera nach der Verstromung in Erfurt

Wasserrückhalt zum Hochwasserschutz

Thüringen ist aufgrund geografischer Begebenheiten als Hochwasserentstehungsgebiet ausgewiesen: Bei Starkniederschlägen oder Schneeschmelze können in kurzer Zeit oberirdische Abflüsse entstehen, die eine potenzielle Hochwassergefahr darstellen. In den Stauanlagen der Thüringer Fernwasserversorgung wird ein vorgegebener Hochwasserrückhalteraum vorgehalten, um erwartete Abflüsse insbesonders bei Schneeschmelze im Winterhalbjahr und Starkniederschlägen im Sommerhalbjahr aufnehmen zu können. Bei sich ankündigenden Hochwasserereignissen kann zur Vorentlastung eine erhöhte Wassermenge in den Unterlauf der Stauanlagen abgegeben werden. Die Abgabemengen im Hochwasserfall sind in den Betriebsdokumenten der jeweiligen Talsperren festgelegt und werden bei Erfordernis durch die Hochwassernachrichtenzentrale im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ergänzt.

Niedrigwasser-
aufhöhung von Fließgewässern

Talsperren sind ein unverzichtbarer Teil der weltweiten wasserwirtschaftlichen Infrastruktur. Sie speichern in niederschlagsreichen Zeiten Wasser, das damit auch in Trockenperioden zur Verfügung steht. Die Bewirtschaftung einer Talsperre richtet sich nach dem anlagenspezifischen, wasserwirtschaftlichen Betriebsplan, der auch den ökologisch erforderlichen Mindestwasserabfluss für Flüsse im Unterlauf der Talsperre regelt. So wird während natürlicher Trockenperioden eine künstliche Niedrigwasseraufhöhung gewährleistet, die zum Erhalt natürlicher Ökosysteme beiträgt.

03.12.2021 - 08:15 Uhr

Freiraum bis Vollstau

Stauinhalt

9,099 Mio. m³

Zufluss

Rohwasserabgabe

Unterwasserabgabe

Zufluss 1,202 m³/s
Stauinhalt 9,099 Mio. m³
Betriebsraum Füllgrad 51,9 44,29 %
Freiraum bis Vollstau 11,444 Mio. m³
RW-Abgabe 0,038 m³/s
UW-Abgabe 0,092 m³/s

Natürlicher Wasserverlust.

Die Mindestwasserabgabe an Flüsse im Unterlauf der Talsperren garantiert jedoch nicht, dass diese durchgängig Wasser führen. Zunehmende Trockenperioden und ein sinkender Grundwasserspiegel beeinflussen die verfügbare Wassermenge in Fließgewässern und können zu einem streckenweisen Trockenfallen führen. Verkarstungen des Muschelkalks sind zudem Ursache bekannter hydrogeologischer Phänomene wie Flussversinkungen, die in Trockenzeiten an zahlreichen Fließgewässern in Thüringen zu beobachten sind. Beispielsweise zeigt sich dieser Effekt bei der Apfelstädt, die unterhalb des Rennsteigs südwestlich von Tambach-Dietharz entspringt und bei Ingersleben in die Gera mündet.